Leverkusener Stadt-Anzeiger - vom 02.09.2008

„Blitzlichtgewitter“ bei „Leseblitzen“

Von Stefan Andres

Die Initiative "Leseblitze" von Autorin Maren Gottschalk will Jugendlichen den Spaß am Lesen vermitteln. Zur Premiere las Jugendbuchautor Christian Linker aus seinem Buch vor: Ein Jugendlicher verschickt darin Nacktfotos seiner Ex-Freundin.

Leverkusen - Als die Leverkusener Autorin Maren Gottschalk im Dezember 2007 mit dem Kurt-Lorenz-Preis ausgezeichnet wurde, kündigte sie an, die 2500 Euro Preisgeld in eine Leseinitiative für Jugendliche investieren zu wollen. Sie hat Wort gehalten: Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Claus Faika hat sie mit den „Leseblitzen“ eine Initiative ins Leben gerufen, die Jugendlichen Spaß am Lesen vermitteln soll.

Am Freitag feierte die Veranstaltungsreihe an der Wiesdorfer Realschule am Stadtpark Premiere: Je drei neunte und zehnte Klassen durften zu insgesamt drei Lesungen von Autor Christian Linker. Mit ihm haben Gottschalk und Faika einen hervorragenden Autor für die „Leseblitze“ gefunden: Der 1975 in Leverkusen geborene Jugendbuchautor ist für viele seiner Romane bereits ausgezeichnet worden, im Oktober erscheint bei „dtv“ sein neuer Roman „Blitzlichtgewitter“. Das Buch, aus dem er vorab las, erzählt von einem Jugendlichen, der Nacktfotos seiner Ex-Freundin per Handy an Mitschüler versendet und den Verwicklungen, die daraus folgen. Gottschalk: „Ich war von der Story sofort begeistert und habe gesagt: Das ist unser Autor für diese Aktion.“ Sie findet, dass sich die Handlung nah an der Realität der Schüler bewege.

Das konnte der 15-jährige Jasin Jonuzi bestätigen: „Bei uns an der Schule hat es schon einen ähnlichen Fall gegeben.“ Linkers Lesung hat ihn beeindruckt: „Er schreibt umgangssprachlich, so wie wir uns unterhalten. Das finde ich gut!“ Anna Neufeld, 16, fand die Geschichte ebenfalls spannend, Bücher haben neben Playstation, Internet oder Ausgehen bei ihr durchaus eine Chance: „Ich bin bei der Bibliothek in Rheindorf angemeldet.“ Akaman Awwad, 15, räumt zwar ein, dass er erst dann zu einem Buch greift, „wenn alles andere kaputt ist“, zum Beispiel einen Harry-Potter-Roman hat er aber auch bereits gelesen.

Ermutigt

Die „Leseblitze“-Reihe findet noch zwei Fortsetzungen mit Linker: Im Oktober im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und im November in der Rheindorfer Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Aber auch im kommenden Spätsommer sollen die „Leseblitze“ wieder aufleuchten, dafür aber wird die Hilfe durch Sponsoren erforderlich sein, auf die Gottschalk sehr hofft: „In dem Leseblitze-Topf ist noch ein bisschen Geld übrig. Aber um die Reihe fortsetzen zu können, benötigen wir Unterstützung.“ Von der ersten Lesung fühlen sich die beiden Initiatoren sehr ermuntert. Faika: „Wenn man die Reaktionen der Schüler beobachtet, von denen viele gesagt haben: Das Buch möchte ich lesen, dann ermutigt uns das. Schließlich ist es ja das, was wir wollen: dass die Jugendlichen selbst zum Buch greifen.“


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